FDP: Haus am Mühlengrund muss soziale Komponente behalten!
von FDP Ortsverband Rödermark

Rödermark braucht bedarfsgerechten, bezahlbaren Wohnraum für Seniorinnen und Senioren

Aus Sicht der FDP ist unbestritten, dass das ehemalige Altenwohnheim „Haus am Mühlengrund“ nicht mehr zeitgemäß und dringend sanierungsbedürftig ist. Allerdings halten die Liberalen den nunmehr durch CDU, AL/Grüne und SPD favorisierten und durch Konzeptbeantragung eingeleiteten Ausbau zu einem Haus für ausschließlich betreutes Wohnen unter sozialen Gesichtspunkten für den falschen Weg. Die FDP Rödermark fordert demgegeüber den dauerhaften Erhalt von preiswertem und bedarfsgerechtem Wohnraum in Rödermark. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass sich alle führenden Sozialverbände dahingehend einig sind, dass sich die Altersarmut in den nächsten 15 Jahren vervierfachen wird. Schon Ende 2008 prognostizierte der Paritätische Wohlfahrtsverband, dass Deutschland auf eine Altersarmut von zehn Prozent zusteuert. Noch deutlicher fomulierte es Anfang 2009 in einer „düsteren Zukunftsprognose“ der DGB, „Sie lautet Altersarmut und zwar Altersarmut ungeahnten Ausmaßes“.

Trotzdem gilt es landauf, landab festzuhalten, dass der öffentlich geförderte Wohnungsbau bislang sträflich vernachlässigt wurde. Gab es in den 70er Jahren noch 4 Millionen Wohnungen mit geförderter sozialer Komponente in Deutschland, so sind es heute nur noch 1,4 Millionen. Rund 40.000 Haushalte suchen allein hessenweit eine bezahlbare Wohnung. So hat der Leiter des Regionalen Diakonischen Werkes Offenbach-Dreieich-Rodgau, Martin Glaub, auf die Missstände des sozialen Wohnungsbaus im (wirtschaftsstarken) Rhein Main Gebiet hingewiesen.Heruntergebrochen auf unsere Stadt heißt das: Für finanziell-sozial schwache Bürger (junge Familien sowie speziell auch Seniorinnen und Senioren) in Rödermark muss bezahlbarer Wohnraum zukunftssicher ermöglicht werden, um den nicht wegzudiskutierenden gesellschaftlichen Entwicklungen begegnen zu können. Ein Abbau von bezahlbarem Wohnraum vor dem Hintergrund einer drastisch steigenden Zahl von Familien mit Bedarf nach solchem ist aus Sicht der FDP in höchstem Maße unsozial.

Wohnungen für betreutes Wohnen nach DIN 77800 werden/würden im neugebauten Haus am Mühlengrund laut vorsichtigen Schätzungen der Kommunalen Betriebe Rödermark (Stand 2008) bereits in der günstigsten Ausbaustufe eine Miete von mindestens € 10,80 pro m2 kosten. Diese Summe ist selbst mit einem Zuschuss der Stadt für viele Menschen nur sehr schwer bis gar nicht mehr bezahlbar. Soll die Miete dann deshalb noch bedarfsgerecht durch die öffentliche Hand subventionniert werden, sind die Folgekosten für den rödermärker Haushalt über Jahrzehnte enorm und in Gegenrechnung von den Erwerbstätigen nicht mehr zu leisten. Von der Genereationengerechtigkeit und jeglichen Gedanken an eine Haushaltssanierung kann sich dann gleich verabschiedet werden. Keine Frage: Natürlich wäre wünschenswert, dass alle Menschen im Alter ausnahmslos die Möglichkeit des geförderten und subventionnierten betreuten Wohens haben, bzw. bekommen, aber wer soll das bezahlen? Insofern ist der komplette Umbau des Haus am Mühlengrund zum betreuten Wohnen nicht nur nicht bedarfsgerecht und nicht finanzierbar, sondern in letzter Konsequenz auch deutlich unsozial; speziell wenn man die eingags genannten Zahlen und Fakten nochmal Revue passieren läßt.

„Die FDP Rödermark strebt daher“, so der Partei- und Fraktionsvorsitzende Hans Gensert abschließend, „im bedarfsgerecht rennovierten und modernisierten Haus am Mühlengrund eine nichtsubventionierte Miete von spürbar weniger als 7,50 € pro m2 an. Darum muss die geplante Herrichtung von ausschließlich betreutem Wohnen im gesamten Haus am Mühlengrund dringend überarbeitet werden“. „Die FDP“, so Hans Gensert weiter, „sieht hier die große Gefahr, dass zu Gunsten des sicherlich auch benötigten Wohnraums für betreutes Wohnen der Wohnraum für fianziell-sozial schwache Haushalte sträflichst vernachlässigt wird“. (hg/tk)



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