FDP fragt: „wie stehts mit dem Bahnhof Ober-Roden?“
von FDP Ortsverband Rödermark

Festlegung auf einen Interessenten erfolgte viel zu früh

Die FDP Fraktion hat für die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 09. Februar eine Anfrage gestellt, um zu erfahren, wie der aktuelle Sachstand bezüglich des Verkaufs des Bahnhof Ober-Roden ist. Ist ein konkreter Kaufvertrag in der Mache? Wie wird der Bahnhof zukünftig aussehen? Wie verhält es sich mit dem aktuell mehr als trostlosen Vorplatz? Wie wird die von allen Seiten gewollte und loklitätsbelebende Gastronomie in das Projekt mittel- und langfristig fest eingebunden? Diese und andere sind aus Sicht der FDP ganz wesentliche Fragen, denn schließlich wurde der Bahnhof durch die Stadt nicht aus Jux und Dollerei gekauft.

Gegen die Stimmen der FDP (bei einigen wenigen Enthaltungen und Gegenstimmen in den anderen Fraktionen) hatte die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich im Oktober 2009 maßgeblich auf Drängen der CDU beschlossen, bezüglich des Verkaufs des Bahnhof Ober‐Roden konkrete Verhandlungen mit der Steuerberatungsgesellschaft „ConTrust“ aufzunehmen. Mit dieser Entscheidung wurde automatisch der zweite Interessent, Prinz Michael von Anhalt mit seiner Vision eines Fitnesstudios, aus dem Rennen geworfen oder besser: gekickt. Im Vorlauf dieser Entscheidung hatte die FDP Fraktion über ein halbes Dutzend mal nachgefragt, ob und wenn nicht, warum diese Entscheidung aus rein sachlichen Gründen nicht zumindest einem Monat zur Gewinnung weiterer relevanter Informationen vertragt werden könnte. Leider gab es hierauf seitens des ehemaligen Koalitionspartners CDU keinerlei Antwort. Im Nachhinein ganz klar ein kleiner Stein, der sich nunmehr sehr gut in das neue schwarz-rot geprägte Rödermärker Politmosaik einfügt.

Für die FDP ist nach wie vor klar, dass die Entscheidung für einen und zeitgleich gegen einen Interessenten völlig überstürzt und verfrüht erfolgte. Beide Angebote (sofern man sie überhaupt so nennen konnte) waren nicht mehr, als zweifelsohne gutgemeinte und engagierte Willens- und Absichtsbekundungen, garniert von einigen bunten, aber im Ergebnis noch wachsweichen, Skizzen. Ob wesentliche Aspekte wie: Gebäudestatik, Geschosstragfähigkeit, Bausubstanz und Brandschutz diese Nutzungs- und Gestaltungsideen dann überhaupt jemals Realität werden lassen können, war zum Entscheidungszeitpunkt bekanntermaßen völlig offen und ist es vermutlich noch. Weder lagen also fundierte Pläne vor, noch war der finanzielle Aspekt ausgegoren, bzw. greifbar ausverhandelt. Wo angesichts dieser Ausgangslage der Geschäftsmann überhaupt erst anfängt, die Ärmel hochtzukrempeln, um die logischen weiteren Verfahrensschritte einzuleiten und die Vorlagen zu prüfen, hob die Merhheit der Stadtverordneten schon die Hand für die Entscheidung für einen Interessenten. Ein Unding aus Sicht der FDP. Weitere Gespräche mit den Interessenten hätten zwingend erfolgen müssen, ebenso hätten diese konkretere Pläne und Betriebskonzepte vorlegen sollen. Auch bleibt die FDP dabei, dass wenn der so extrem frühe Entscheidungstermin nun warum auch immer unumgänglich gewesen sein sollte, die für den Standort bessere, attraktivere und belebendere - richtige - Entscheidung diejenige pro Fitnesstudio gewesen wäre. „Der Bahnhof Ober-Roden wurde von der Stadt mit Steuergeld gekauft, um“, so FDP Fraktionsvorsitzender Hans Gensert abschließend, „seitens der Stadt durch den Verkauf Einfluß auf die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Gebäudes sowie die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes nehmen zu können und nicht um fernab jeder Entscheidungsreife im Schweinsgalopp nach Gutsherrnart den Bahnhof wieder zu verschachern“.