FDP Obertshausen verabschiedet Resolution zu Nachtflugverbot und Lärmmessung
von FDP Ortsverband Obertshausen

Die Mitgliederversammlung der FDP Obertshausen hat folgende Resolution verabschiedet:

Die FDP Obertshausen fordert die Umsetzung des Nachtflugverbotes mindestens im Umfang der „Mediationsnacht“ von 23-5 Uhr.

1. Die FDP Obertshausen unterstreicht nachdrücklich ihre Forderung nach einem Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen als Maßnahme allererster Priorität zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm. Wenigstens die Zeit von 23:00 Uhr bis 5:00 Uhr wurde insbesondere von Befürwortern des Flughafenausbaus versprochen – gerade auch als Kompensation für wachsende Fluglärmbelastungen am Tage. Die FDP Obertshausen erwartet eine vollständige Erfüllung dieses Versprechens.

2. Die FDP Obertshausen hat kein Verständnis dafür, dass besondere An- und Abflugrouten speziell für die Nachtzeit zwischen 23 und 5 Uhr eingerichtet werden. Für diesen Zeitraum wurde den Anwohnern des Flughafens als Ausgleich für den weiteren Ausbau von der Hessischen Landesregierung ein striktes Nachtflugverbot zugesichert.

3. Das Maßnahmenpaket „Aktiver Schallschutz“ des Expertengremiums „Aktiver Schallschutz des Forums Flughafen und Region“ enthält Maßnahmen zur Umverteilung von Lärm ohne demokratisch legitimierte Grundlage und schwächt die Region, weil für Bewohner und Ansiedlungswillige keine Planungssicherheit mehr hinsichtlich der von dem Flugverkehr am Rhein/Main Flughafen ausgehenden Belastungen besteht.

4. Obertshausen ist insbesondere bei Ostwindlage durch die Abflüge auf der Route 07 stark betroffen. Da sich die vorgesehene neue Anflugroute bei Westwindlage mit der Abflugroute 07 nach Osten nahezu deckt, käme auf die überflogenen Anwohner nunmehr bei Ost- wie bei Westwindlage eine extreme Lärmbelastung zu.
Dieser Bereich Obertshausens ist bereits durch die A3 bei Tag und Nacht bereits besonders von Lärm betroffen.

5. Die FDP Obertshausen fordert unabhängig von den Maßnahmen des aktiven Schallschutzes mit Nachdruck die rasche Umsetzung eines Fluglärmmonitorings für den Flughafen Frankfurt, um Lärmbelastungen und Lärmbelästigungen kontinuierlich zu überwachen und Tendenzen der Veränderung sichtbar zu machen. Die Vorarbeiten des Umwelt- und Nachbarschaftshauses des FFR sind hierfür zu nutzen.

6. Zusätzlich fordert die FDP Obertshausen, die existierenden Lärmbetrachtungen realistisch abzubilden auf das Lärmprofil, dem die Bürger ausgesetzt sind. Dazu gehört eine Summenbetrachtung des Lärms und eine Addition der Geräuscharten für Lärmindices. Bislang werden die Lärmquellen im Land Hessen (Fluglärm, Verkehrslärm durch Straßen, Verkehrslärm durch Schienenverkehr, Lärm durch Gewerbe und Industrie, etc.) nur isoliert betrachtet. Dadurch ist die Anzahl der durch Lärm stark Belasteter in den Berechnungen viel geringer als in der Realität, wenn wie in Obertshausen mehrere starke Lärmquellen auf engem Raum zusammenkommen. Dadurch ist es nicht möglich, für die Bürger einen wirksamen Lärmaktionsplan zu erstellen, dessen Resultate von den Bürgern wahrgenommen werden können.