Erfreulicherweise und ohne Zweifel übernehmen Vereine eine große Bandbreite verantwortungsvoller Aufgaben in unserer Gesellschaft, und ohne Zweifel fangen gerade Sportvereine unsere Kinder und Jugendlichen auch in schwierigen Situationen auf. Sie nehmen somit einen bedeutenden Teil an gesamtgesellschaftlicher Verantwortung wahr. Aber muss diese Verantwortung in den ordnungspolitischen Bereich hineinreichen? Sind Vereine womöglich der verlängerte Arm des Gesetzes?
Im Falle der Ansiedlung der, erfreulicherweise in Neu-Isenburg sehr erfolgreichen, Mobilen Jugendhilfe beim Breitensportverein TSG 1885 drängt sich dieser Eindruck auf. Das Streetworkerprojekt ist in keiner Weise mit dem normalen Leistungsspektrum des Vereins vergleichbar. Allein die Tatsache, dass die Streetworker weit mehr als bloße Aufwandsvergütungen erhalten, zeigt die Differenz zum jetzigen Träger auf. Basiert die Arbeit und der Erfolg der TSG doch vor allem auf dem ehrenamtlichen Engagement der Vorstände, Betreuer und Übungsleiter.
Vereine dürfen nicht als Ersatzmann für den Rückzug der Polizei und der Behörden aus ihrer hoheitlichen Verantwortung dienen. Das Projekt Streetworker ist so sensibel, ja nennen wir es ruhig schwierig, dass man die TSG und auch jeden anderen allgemeinen Verein damit nicht belasten kann. Insofern kann es nur eine Perspektive für die Ansiedlung der Mobilen Jugendhilfe geben: Das Projekt gehört ganz klar unter die Trägerschaft der Stadt Neu-Isenburg. Dass dies nicht unmöglich ist, kann am Beispiel anderer Städte verfolgt werden, wo gleichartige Programme in Form eines wissenschaftlich begleiteten Projektes auch keine rechtlichen Probleme aufwerfen. Im Falle meiner Wahl im nächsten Frühsommer werde ich daher auch für eine entsprechende Ansiedlung des Projektes sorgen. Eine weitere Möglichkeit wären Konstrukte analog der unlängst durch den Lions Club in Zusammenarbeit mit der Stadt Neu-Isenburg gegründeten und paritätisch finanzierten Bürgerstiftung Jugend und Beruf. Ziel der Stiftung ist unter anderem die Förderung von Gewaltpräventionsprojekten.
Mit liberalen Grüßen,
Susann Guber
stellv. Vorsitzende und BM-Kandidatin
Thomas Russ