Christian Beck, Bürgermeister-Kandidat der SPD verspricht, einen fairen Wahlkampf führen zu wollen. "Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit, Argumente sollen stechen, nicht unfaire Attacken", so Susann Guber, FDP-Bürgermeister-Kandidatin. "Gilt dies aber auch für die CDU und ihren Kandidaten Herbert Hunkel?", das fragt sich Jörg Müller, Vorsitzender der FDP-Wahlkampfkommission. Oliver Quilling, der ausdrücklich den fairen Wahlkampf im Kreis lobte, kündigte an, dem Parlament vorzuschlagen, die Amtzeit von Herbert Hunkel zu verlängern. Dieser scheint damit auch einverstanden zu sein. "Hier beginnt es aber schon unfair zu werden", meint Jörg Müller. "Herbert Hunkel wird dann nämlich nicht, wie es fair wäre, den Wahlkampf als Pensionär führen, nein, er wird diesen als Amtsinhaber führen. Und dann jeden Tag in dieser Funktion, aber auch als Wahlkämpfer, "im Bild sein", so Müller weiter. "Außerdem kann er dann auch Zusagen machen, die er als Pensionär nicht machen könnte. Also: Wahlkampf zum Nulltarif, die Mitbewerber müßten, um die annähernd gleiche Bildpräsenz zu errreichen, Anzeigen schalten! Wir finden das unfair und wettbewerbsverzerrend!", so Müller abschließend.

Susann Guber, Bürgermeisterkandidatin der FDP Neu-Isenburg.
Die CDU argumentiert, Stefan Schmitt brauche noch eine Zeit, seinen bisherigen Job abzuwickeln und er, der "Neuling", brauche noch eine Unterstützung, einen erfahrenen Mann. Die FDP geht davon aus, dass die CDU Stefan Schmitt für einen fähigen Mann hält sonst hätte sie ihn nicht nominiert! Die als weiteres Argument eingebrachte Kündigungsfrist beim jetzigen Arbeitgeber muss als vorgeschoben betrachtet werden. Unter diesen Umständen wäre der Abschluss eines Auflösungsvertrags sicher möglich.
Mit einer derart gut aufgestellten Verwaltung kann es kein Problem für Stefan Schmitt sein, einige Monate alleine zu regieren.
Zumal es ja noch die ehrenamtlichen Dezernenten Norrenbrock und Wershoven gibt, die ihre Dezernate eigenständig bearbeiten und damit auch entlasten!
Die FDP ist sich sicher, dass Susann Guber, im Falle des Wahlsiegs, sofort einsteigen kann und mit Hilfe der Verwaltung die Stadt gut regieren wird, auch ohne Seniorpartner! Dass dies alles geht, hat Dietmar Kollmer, 1.Stadtrat in Dietzenbach, gezeigt. Er mußte im Hauruckverfahren übernehmen und es geht Dietzenbach dadurch auch nicht schlechter als vorher. Fazit: Die Amtzeitverlängerung für Herrn Hunkel wäre für ihn nichts anderes als die Pole position, die er sonst nicht hätte.
Die SPD sieht das übrigens laut Herrn Munari genau so.
Mit Christian Beck hat die SPD einen fähigen Kandidaten aufgestellt, der den Wahlkampf noch spannender macht. Ein erfahrener Kommunalpolitiker, der allerdings dadurch auch nur eine bedingte Aussensicht hat, im Gegensatz zu unserer Kandidatin. Verständlicherweise wird Beck sich vorrangig um Schule kümmern, da er Lehrer von Beruf ist. "Sein Einsatz als Kreistagsmitglied im Schulbereich ist nach unserer Auffassung allerdings im Hinblick auf den von der dortigen großen Koalition verabschiedeten Schulentwicklungsplan eher negativ zu bewerten, während im Bereich Soziales und Verkehr durchaus Übereinstimmungen zum Programm Susann Gubers festzustellen sind", so Gräber,Kreistagsmitglied der FDP.
Auch wenn vermutlich diese ungleichen Startbedingungen kommen werden, wird es der FDP und Ihrer Kandidatin mindestens gelingen für eine Stichwahl zu sorgen.
Wahlkampfkommission
FDP Neu-Isenburg
Thomas Russ