Gut besuchter Liberaler Stammtisch zur Gesundheitspolitik.
von FDP Ortsverband Neu-Isenburg

Wie können Eigenverantwortung, Therapiefreiheit und Patientenrechte in unserem Gesundheitssystem wieder gestärkt werden? Wie kommen wir zu besseren Arbeitsbedingungen und einer leistungsgerechten Vergütung für alle, die im Medizinbereich arbeiten?

v.l.n.r.: Dr. Vera Langer, Daniell Bastian, Florian Rentsch, Susann Guber.
v.l.n.r.: Dr. Vera Langer, Daniell Bastian, Florian Rentsch, Andreas Frache, Susann Guber.

Dies waren die zentralen Fragen beim 14. Liberalen Stammtisch, zu dem die FDP Neu-Isenburg am vergangenen Donnerstag im Restaurant Lyonel ca. 30 Besucher begrüßen durfte.

Als Referent hierzu konnte Florian Rentsch gewonnen werden - als Fraktionsvorsitzender der FDP im Hessischen Landtag und stellvertretender Vorsitzender des Bundesfachausschusses Gesundheit ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet.

In seinem Vortrag schilderte Rentsch anschaulich, welche Auswirkungen die aktuelle Gesundheitsreform für alle gesetzlich Versicherten hat: Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen wurde massiv eingeschränkt, aufgrund der niedrigen Erstattungssätze nehmen sich viele Ärzte für die Behandlung weniger Zeit und Patienten erhalten u.U. nicht mehr das gewünschte Medikament – selbst dann nicht, wenn sie zu Zuzahlungen bereit sind.

Darüber hinaus stehen für die medizinische Versorgung in Hessen aufgrund der Strukturänderungen, welche mit dem Gesundheitsfonds einher gingen, 2,5 Milliarden Euro weniger zur Verfügung als bisher. Nicht zuletzt deshalb tragen sich zahlreiche Ärzte mit dem Gedanken, ihre Kassenzulassung zurück zu geben, ins Ausland abzuwandern oder gar ihre Praxen zu schließen. Eine bedrohliche Entwicklung, wie auch Susann Guber, stv. Parteivorsitzende der FDP vor Ort, unter Zustimmung der meisten Zuhörer feststellte.

Um diese Fehlentwicklungen zu stoppen, fordert die FDP daher die Abschaffung des Gesundheitsfonds und die Abkehr vom Sachleistungsprinzip der Krankenkassen. Auf diesem Weg wird ein direktes - und überprüfbares – Vertragsverhältnis zwischen Patient und Krankenkasse begründet, wodurch wieder Wettbewerb stattfindet, der am Ende auch dem Wohl der Patienten dient.

Zudem sollte ein klarer Katalog der über die gesetzliche Versicherung abgedeckten Krankheiten und Behandlungsmethoden definiert werden. Darüber hinaus könne dann jeder Versicherte nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen zusätzliche Leistungen absichern.

In der anschließenden Diskussion, an welcher sich auch die anwesenden Neu-Isenburger Ärzte rege beteiligten, wurde insbesondere bemängelt, dass es auf Seiten der gesetzlichen Krankenkassen deutlich an Transparenz fehlt und deren Organisationsform eine Kontrolle (z.B. durch den Bundesrechnungshof) de facto unmöglich macht.

Gleichzeitig betonten die Mediziner jedoch, dass eine gute Notfallversorgung der Patienten derzeit noch sicher gestellt sei und sich die Heilungschancen insbesondere bei schweren Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich verbessert haben.

Mit liberalen Grüßen,
Jörg Müller
(stellv. Fraktionsvorsitzender)